Im Rahmen der Lerntherapie werden mit den Kindern die Lücken beim Relationsverständnis, bei der Mengen- und Zahlbegriffsentwicklung, beim Verständnis des Stellenwertsystems sowie beim sicheren Umgang im operativen Bereich aufgearbeitet.

Aufgrund der Notwendigkeit des fehleranalytischen Vorgehens in kleinen Schritten, der individuell unterschiedlichen Therapievoraussetzungen und Lernschwierigkeiten muss
das therapeutische Vorgehen genau auf das einzelne Kind abgestimmt sein. Die Dyskalkulietherapie findet daher grundsätzlich als Einzel- oder Doppeltherapie statt. Eine Förderung rechenschwacher Kinder in Gruppen, nach einem feststehenden Förderprogramm oder auch mit Hilfe von Lernsoftware halten wir für nicht Erfolg versprechend.

Die Therapeuten führen regelmäßig eine therapiebegleitende Förderdiagnostik durch, um die Lernfortschritte und die noch vorhandenen Schwierigkeiten festzuhalten und daraufhin den weiteren Verlauf der Förderung zu planen. Um die jeweils geeigneten Übungsformen zu finden, gestalten wir Inhalte, Zeit und Umfang individuell für jedes Kind. Diagnostische und therapeutische Kompetenz sind nicht zu trennen.

Für das Gelingen der Lerntherapie muss für die Stabilisierung des familiären und schulischen Umfelds des Kindes gesorgt werden. Sofern möglich, werden die Eltern in einer co-therapeutischen Funktion in die Therapie eingebunden.